Wir sehen uns in den Industrienationen zunehmend mit einer Ressourcen- und Flächenkrise konfrontiert. Die Probleme, die hierdurch entstehen, erstrecken sich von der Umwelt bis zu sozialen Schwierigkeiten. Es wurde viel zu lange neu gebaut, ohne Rücksicht auf Umwelt, entstehende Folgekosten und auch Menschen zu nehmen. Darüber hinaus ist nicht nur der Faktor, dass gebaut wird, entscheidend, sondern auch wie. Das Bauen und die Nutzung von Gebäuden ist für einen Großteil der Emissionen verantwortlich und das Material bisher oftmals nicht für eine Wiederverwendung zu späterem Zeitpunkt eingeplant – Stichwort Baustoffrecycling.
Auch wenn es sicherlich nicht die eine perfekte Lösung gibt, möchten wir dennoch an verschiedene Möglichkeiten heranführen, um langfristig einen Wandel zu erzielen. Eine allgemeingültige Lösung ist es, beim Wohnen und vor allem beim Bauen möglichst wenig zu verbrauchen. Wir widmen uns daher der ressourcen- und flächensparenden Schaffung von zusätzlichem Wohnraum. Diese ist vor allem in wachsenden (Groß-) Städten von steigender Bedeutung. Neue Baugebiete am Stadtrand dürfen nicht einfach ohne Rücksicht auf die Umwelt und entstehende Folgekosten für die Kommune ausgewiesen werden, sondern es sollte vielmehr ein Schwerpunkt auf die Potenziale der Innenentwicklung gelegt werden.
Weiter beschäftigen wir uns unter dem Thema Baustoffrecycling auch mit der Frage, wie Gebäude gebaut werden. Hier möchten wir einige Maßnahmen vorstellen, welche unserer Meinung nach besonders zielführend wären.
Erfolgsprojekt der Stadt Karlsruhe – Veranstaltung im September 2024
Es gibt viel Wohnraum, der aus verschiedenen Gründen nicht bewohnt ist. Wir haben also vielerorts Möglichkeiten, Menschen mit Wohnraum zu versorgen, ohne dafür neue Flächen zu versiegeln. Das Sozialamt hat hierzu das Wohnraum-Projekt „Wohnraumakquise durch Kooperation“ ins Leben gerufen. Das Projekt hat sich zum Erfolgsprogramm entwickelt: Bisher konnten über 1300 Wohnungen für etwa 3500 Menschen geschaffen, das Budget deutlich erhöht und 12 neue Stellen finanziert werden. Über die Akquise leerstehender Wohnungen wird neuer Wohnraum erschlossen. Das Programm ermöglicht nun auch größere Projekte, wie den Umbau eines alten Klinikgebäudes und das „Dörfle“ mit 100 Einheiten für sozialen und bezahlbaren Wohnraum.
Herr Schäfer vom Sozialamt Karlsruhe war hierzu bei uns in Paderborn und konnte detaillierte Einblicke in das Programm geben. Welche Maßnahmen waren notwendig? Rechnen sich die Investitionen und eigens dafür geschaffenen Stellen? Schauen Sie dazu auch gerne in die Präsentation, die er uns zur Verfügung gestellt hat.
Der unsichtbare Wohnraum – Veranstaltung im November 2023
400.000 – so viele Wohnungen möchte die Bundesregierung jedes Jahr neu bauen lassen. Angesichts der Wohnraumknappheit klingt das vermeintlich nach einem wichtigen und sinnvollen Ziel. Überraschend erscheint dagegen die völlig konträre Ansicht des Wohnwendeökonomen Daniel Fuhrhop, der den Neubau am liebsten verbieten würde. Er meint: „Neu bauen ist oft mit Verschwendung und Prestigesucht verbunden, immer teuer und oft unwirtschaftlich; es schadet der Umwelt und fördert die soziale Spaltung unserer Städte.“
In seinem Buch „Der unsichtbare Wohnraum“ präsentiert er verschiedene alternative Lösungsansätze, die neuen Wohnraum schaffen und dabei die ökologische und soziale Komponente integrieren. Dazu gehören zum Beispiel die Idee einer sozialen (kommunalen) Wohnraumvermittlung oder die Förderung flexibler und/oder suffizienter Wohnformen.
Auf seiner Seite selbst schreibt Daniel Fuhrhop: Wohnsuffizienz als Antwort auf Wohnraummangel, Klimakrise und Einsamkeit – Viele Menschen suchen Wohnraum, doch Neubau löst das Problem nicht: Er ist teuer, verbraucht Fläche und belastet das Klima. Eine Lösung verspricht der »unsichtbare Wohnraum« – ungenutzte Zimmer älterer Personen nach Auszug der Kinder. In meiner Dissertation untersuche ich das Potenzial der Wohnsuffizienz anhand sozialer Programme wie der Vermittlung von Wohnpaaren nach dem Modell »Wohnen für Hilfe«, dem Umbau von Wohnungen, dem Umzug sowie sozialer Wohnraumvermittlung. Fazit: Insgesamt können so jährlich 100.000 Wohnungen entstehen, ohne Klimabelastung und mit der Chance auf Nähe und Nachbarschaft.
Weitere Ansätze
Ähnliches erwartet auch die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Sie fordert in ihrem Positionspapier Maßnahmen auf Bundes- und Länderebene, um vorhandenen Wohnraum besser zu nutzen.
Besonders wichtig für eine Wohn- und Bauwende sind die jeweiligen Kommunen. Als größter Bauherr in Deutschland können sie ihre Marktmacht ökologisch nutzen und so die Nachfrage und Planungssicherheit für Unternehmen schaffen. Durch nachhaltige Beschaffungsrichtlinien geben sie nicht nur eine starke Richtung für alle Bauakteur*innen vor, sondern durch Bund und Länder sind ökologische Beschaffungsmaß-nahmen sehr viel schneller umsetzbar.
Wir brauchen Wohnraum, doch gleichzeitig belastet das Bauen unsere Umwelt. Was können wir also stattdessen machen? Ein Lösungsansatz, den Wohnwendeökonom Daniel Fuhrhop präsentiert, die Nutzung der Potenziale des unsichtbaren Wohnraums. Es gibt viele Menschen, die teilweise allein auf über 100 qm wohnen. Durch gezieltes Wohnraummanagement und Unterstützungsangebote kann dieser Wohnraum z. B. durch Umbaumaßnahmen oder das Konzept „Wohnen für Hilfe“ effizienter genutzt werden. Suffizientes Wohnen soll zu einer Verkleinerung der Pro-Kopf-Wohnfläche führen.
Als cum ratione haben wir 2016 ein Gutachten zur Flächen- und Bevölkerungsentwicklung der Stadt Paderborn beim ILS – dem Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung in Auftrag gegeben. Gegenstand war die Frage, wo in Paderborn Potenziale wären, innerstädtisch Baulücken zu schließen, um keine neuen Flächen außerorts versiegeln zu müssen. Das Gutachten finden Sie hier.
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