Gemeinsam mit dem Software Innovation Lab der Universität Paderborn werden wir am 27. Mai 2026 eine weitere Veranstaltung unserer Reihe “Digitale Souveränität – demokratische Antworten für ein freies Internet” durchführen. Diese wird ein Online-Follow-up zur Podiumsdiskussion (vom 20. April) und des Vortrags von Prof. Andree (11. Februar) sein.
Darin stellen wir zunächst uns unsere Forderungen vor …
Zu Beginn präsentieren wir unsere Forderungen – Maßnahmen, die aus unserer Sicht erfüllt werden müssen, um digitale Souveränität zu erreichen. Diese basieren auf den ersten beiden Veranstaltungen unserer Reihe Digitale Souveränität für ein freies Internet: dem Vortrag von Prof. Dr. Martin Andree und der Podiumsdiskussion mit Expert*innen aus Politik, IT und Wirtschaft.
… und freuen uns dann auf euren Input!
Im Anschluss daran möchten wir Ihre Perspektiven hören und das weitere Vorgehen erörtern. Welche Maßnahmen haben aus Ihrer Sicht Priorität? Stimmen Sie mit den Forderungen überein? Welche Punkte würden Sie ergänzen?
Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist jedoch erforderlich: Digitale Souveränität im Dialog: Strategien für Wirtschaft und Gesellschaft. Online-Workshop (27. Mai 2026): Übersicht · Indico
Der gesamte Traffic im deutschen Internet wird von amerikanischen Tech-Giganten wie Google, Meta oder Apple beherrscht. Diese sogenannten Big-Tech-Unternehmen haben mittlerweile längst nicht mehr nur Chat- oder Suchmaschinenfunktionen im Griff, sondern üben erheblichen Einfluss auf die politische Meinungsbildung aus und greifen massiv in unsere Marktwirtschaft ein. Wie im Mai 2025 bekanntgegeben wurde, setzt selbst die deutsche Bundeswehr für ihre eigene private Cloud mit hochsensiblen Daten auf eine Lösung von Google.
Digitale Souveränität sieht anders aus. An der aktuellen Situation muss sich etwas ändern.
Wir möchten mit unserer aktuellen Veranstaltungsreihe “Digitale Souveränität – demokratische Antworten für ein freies Internet” und als gemeinnützige Gesellschaft mit dem Ziel der Demokratieverteidigung für Aufklärung sorgen und gemeinsam mit Expertinnen und Experten diskutieren, wie Lösungsansätze aussehen könnten.
Am 11. Februar war der Digitalexperte und Medienwissenschaftler Prof. Martin Andree auf Einladung von uns und dem Software Innovation Lab der Universität Paderborn in Paderborn zu Gast und sprach vor über 200 Menschen über die größten Gefahren für unsere Demokratie.
Seine Aussagen: Einen fairen Wettbewerb im digitalen Bereich? Gibt es nicht. Das freie Internet? Wurde abgeschafft. Einige wenige sogenannte Big-Tech-Konzerne – wie Google, Meta, Amazon etc. – kontrollieren den gesamten digitalen Markt und stellen damit eine der größten Gefahren für unsere Demokratie dar.
„Theoretisch existiert eine unendliche Vielfalt an Plattformen und Informationsangeboten. Praktisch jedoch erreichen nur eine Handvoll Plattformen relevante Reichweiten“, erläutert Prof. Andree. „Das Internet besteht somit nur aus zwei Dingen: den Monopolen der Plattformen und dem Friedhof alle übrigen Internetangebote, die kaum relevante Nutzerzahlen haben. Ich nenne das gerne: die Digitalokratie.“
Das Internet, welches uns eigentlich als demokratische Öffentlichkeit für Austausch und Debatte zur Verfügung stehen sollte, sei zu einem Instrument verkommen, was Hass, Hetze, Desinformation und Polarisierung schürt – gesteuert von einigen wenigen.
„An der aktuellen Situation muss sich etwas ändern. Daher wollen wir als gemeinnützige Gesellschaft mit dem Ziel der Demokratieverteidigung für Aufklärung sorgen und gemeinsam mit Expertinnen und Experten diskutieren, wie Lösungsansätze aussehen könnten“, verdeutlicht unsere Geschäftsführerin Kerstin Haarmann.
Denn auch wenn all dies im ersten Moment unüberwindbar scheint – laut Andree wäre es geradezu leicht, das Internet zu befreien. Eine Begrenzung des zulässigen Marktanteils auch für digitale Medien oder Kommunikation über die Grenzen der einzelnen Plattformen (wie Instagram, Facebook etc.) hinaus sind nur zwei seiner Vorschläge. Im europäischen Kontext hätten dies andere Länder wie Frankreich und Spanien längst begriffen und wollten handeln – doch Deutschland trete auf die Bremse.
„Momentan verpassen wir die Fähre“, lautet das Fazit von Andree. Denn wenn die Demokratie erst mal ohne uns abgefahren ist, kommt sie nicht zurück.
Wir freuen uns über das große mediale Interesse:
„Die Gegner der Demokratie nutzen Big Tech gegen die Medien“ | nw.de – ein Interview in der NW mit Herrn Andree im Vorfeld unserer Veranstaltung
Paderborn: Monopole und ein großer Friedhof – ein Bericht im Nachgang über unsere Veranstaltung im Westfalenblatt
In der Printversion der NW ist am 24. Februar ebenfalls ein Artikel zum Vortrag erschienen unter dem Titel Experte sieht Gefahren für die Demokratie.
Gemeinsam mit dem Software Innovation Lab der Universität Paderborn am SICP hatten wir am 20. April namhafte Expertinnen und Experten zu einer branchenübergreifenden Podiumsdiskussion in die Zukunftsmeile 2 eingeladen.
Als Ausgangspunkt der Diskussion formulierte unsere Geschäftsführerin Kerstin Haarmann die entscheidende Frage: „Wie kann Deutschland seine digitale Abhängigkeit von den großen US-amerikanischen Tech-Konzernen zum Schutz unserer Wirtschaft und unserer Demokratie verringern?“
Die Dringlichkeit dieser Frage unterstrich Digitalexperte Markus Beckedahl: „Wir haben uns in der Vergangenheit zu sehr an wenige Monopolisten gebunden.“ So sei zum Beispiel die öffentliche Verwaltung laut Beckedahl zu etwa 95 % abhängig von Microsoft. „Die Gefahr eines sogenannten Kill Switch ist damit real – im Krisenfall könnten die USA deutschen Unternehmen und Behörden den Zugang zu essenziellen Software-Anwendungen, Zahlungsmitteln oder Datenspeichern verwehren.“
Dr. Thomas Köster vom Bundesvorstand der CDU-Mittelstands- und Wirtschaftsunion betonte, dass dringend Gegen-maßnahmen ergriffen werden müssten: „Lasst uns doch die Sachen machen, die wir schon umsetzen können.“ Der Staat könne, laut Köster, zum Beispiel die durch Lizenzkosten eingesparten Summen nutzen, um Open-Source-Alternativen zu pflegen und weiterzuentwickeln.
Julia Eisentraut, Landtagsabgeordnete der Grünen in NRW, wies darauf hin, dass es sich bei der Umstellung auf Open-Source-Software nicht allein um ein technisches Problem handelt: „Wir können von Menschen, die keine Informatik studiert haben, nicht erwarten, dass sie von heute auf morgen mit einem neuen Programm zurechtkommen. Digitale Souveränität muss eingebettet werden in ein klares Change-Management, das Menschen und Unternehmen schrittweise bei der Umstellung begleitet.“
Auch die Medien stehen zunehmend unter Druck: Klaus Schrotthofer (Herausgeber der Neuen Westfälischen) und Marc Zahlmann (Geschäftsleitung Westfalen-Blatt) berichteten von sinkenden Werbeerlösen und der wachsenden Konkurrenz durch KI-generierte Inhalte. „Gerade jetzt ist unabhängiger Journalismus extrem wichtig, da KI-Aussagen laut Studien zu 50 % falsch sind – und Sie können nie wissen, welche Hälfte die richtige ist“, erklärte Schrotthofer. „Wir reden hier nicht von einer theoretischen Bedrohung.“ Zahlmann ergänzte: „Wir alle müssen jetzt unser Verhalten ändern. Wir sind bequem geworden und müssen vor Ort aus dieser Bequemlichkeit herauskommen. Was gerade passiert ist ein Angriff auf unsere Gesellschaft und das müssen wir stoppen.“
Dr. Simon Oberthür, Manager des Innovationsbereichs Digital Souvereignty im SI-Lab, moderierte die Diskussion zur regionalen IT-Wirtschaft, an der auch Elias Koutsonas, CEO der IT-Firma gravityshift aus Salzkotten, teilnahm. Dieser zeigte auf, wie Unternehmen konkret unterstützt werden können und betonte: „Die Auseinandersetzung mit digitaler Souveränität bietet die Chance, die eigene IT-Landschaft besser zu verstehen.“
Die Diskussion bestätigte die Relevanz der von cum ratione, SICP und InnoZent geplanten Gründung eines regionalen Netzwerks für Unternehmen zur Herstellung ihrer digitalen Souveränität. „Ein solches Netzwerk bietet nicht nur Hilfestellung für Unternehmen, sondern setzt auch einen klaren Impuls für die Region OWL“, fasste Michael Kemkes, Geschäftsführer von InnoZent OWL, zusammen.
Wir freuen uns neben der Anwesenheit der beiden Herausgeber der großen Lokalzeitungen auch über die schönen und ausführlichen Berichten in eben diesen Medien:
Westfalen-Blatt: „Deutschland ist längst digitale Kolonie der USA“
Neue Westfälische: „Wir sind eine digitale Kolonie“: Experte warnt vor Abhängigkeit von US-Tech-Konzernen | nw.de
Save Social: Soziale Netzwerke als demokratische Kraft retten – dafür setzt sich die Initiative ein, die sich (laut eigener Angabe) aus einem losen Verbund aus Menschen zusammensetzt, die sich hinter einem wichtigen Ziel versammelt haben. Der Vorschlag: Die Gesellschaft braucht andere Plattformen für den sozialen Austausch als die bisherigen Monopolkonzerne. Es gibt diese Alternativen teilweise schon – doch Politik und Gesellschaft müssen diese weiter stärken und ausbauen.
Um diesen Ansatz zu unterstützen, haben sie den DI.DAY (Digital Independence Day) ins Leben gerufen. Jeden ersten Sonntag im Monat finden dazu dezentral in Deutschland verschiedene Veranstaltungen statt. Dazu könnt ihr einfach auf der Seite des DI.DAY unter Termine und Veranstaltungen schauen, ob und wann bei euch in der Nähe etwas stattfindet. Außerdem gibt es auf der Seite die sogenannten Wechselrezepte. Hier bekommt ihr quasi ein „Rezept“/eine Schritt-für-Schritt-Anleitung an die Hand, wie ihr euch am besten von den großen Big-Tech-Konzernen unabhängig machen könnt (z. B. bei Messengern, Navigations-Apps etc.).
Petition Recht auf Leben ohne Digitalzwang: Diese Petition wurde von dem Verein Digitalcourage aus Bielefeld ins Leben gerufen, der sich bereits seit den 80er-Jahren für Grundrechte und Datenschutz einsetzt. Er ist zwar digital affin, aber stellt sich mit seiner Petition klar gegen eine alternativlose Digitalisierung: Es ist schön, dass es zunehmend digitale Möglichkeiten gibt, dadurch werden viele Prozesse vereinfacht und teils auch zugänglicher für viele Menschen. Gleichzeitig darf das aber nicht bedeuten, dass andere Gruppen nicht mehr oder nur sehr erschwert partizipieren können. Wenn Bahntickets nur noch in der App gekauft oder Arzttermine nur noch online vereinbart werden können, schließt das viele Menschen aus.
Die gefährlichsten Firmen der Welt – Big Tech: In dieser Miniserie vom ZDF wird eindrucksvoll der Weg der Big-Tech-Unternehmen aufgezeigt und wie sie sich zu den riesigen „Datenkraken“ entwickelt haben, die wir heute kennen. Bisher gibt es zwei Folgen: „Der Aufstieg der Datenkraken“ und „Milliarden, Manipulation, Macht“.
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