Digitale Souveränität

+++ NEUE VERANSTALTUNG UNSERER REIHE ZUR DIGITALEN SOUVERÄNITÄT AM 23. JUNI +++

Vie­le Ser­vices nut­zen wir leicht­fer­tig, ohne zu hin­ter­fra­gen, wel­che Daten wir damit preis­ge­ben oder in wel­che Rich­tung wir durch bestimm­te Algo­rith­men gedrängt wer­den. Die AGBs? Nie gele­sen, wird schon pas­sen. Der größ­te Irr­glau­be dabei: Ich habe eh nichts zu ver­ste­cken.

Des­we­gen laden die cum ratio­ne gGmbH und das Soft­ware Inno­va­ti­on Lab der Uni­ver­si­tät Pader­born am SICP für den 23. Juni um 17 Uhr zu einem Work­shop mit dem Ver­ein Digi­tal­cou­ra­ge ein.

Der Work­shop ist kos­ten­frei, eine Anmel­dung ist erfor­der­lich.

Der Work­shop soll dazu befä­hi­gen, die eige­ne Kom­pe­tenz und Selbst­be­stimmt­heit im digi­ta­len Raum zu stär­ken. In den ins­ge­samt drei Stun­den wer­den ver­schie­de­ne Schrit­te vor­ge­stellt und selbst erar­bei­tet, wie die eige­ne digi­ta­le Mün­dig­keit ver­bes­sert wer­den kann. Hier geht es zum Bei­spiel um die The­men Pass­wort­si­cher­heit, freie Soft­ware oder alter­na­ti­ve sozia­le Netz­wer­ke. Es wird auch aus­rei­chend Zeit geben, um eige­ne Wün­sche und Bedar­fe anzu­spre­chen.

Der gesam­te Traf­fic im deut­schen Inter­net wird von ame­ri­ka­ni­schen Tech-Gigan­ten wie Goog­le, Meta oder Apple beherrscht. Die­se soge­nann­ten Big-Tech-Unter­neh­men haben mitt­ler­wei­le längst nicht mehr nur Chat- oder Such­ma­schi­nen­funk­tio­nen im Griff, son­dern üben erheb­li­chen Ein­fluss auf die poli­ti­sche Mei­nungs­bil­dung aus und grei­fen mas­siv in unse­re Markt­wirt­schaft ein. Wie im Mai 2025 bekannt­ge­ge­ben wur­de, setzt selbst die deut­sche Bun­des­wehr für ihre eige­ne pri­va­te Cloud mit hoch­sen­si­blen Daten auf eine Lösung von Goog­le.

Digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät sieht anders aus. An der aktu­el­len Situa­ti­on muss sich etwas ändern.

Wir möch­ten mit unse­rer aktu­el­len Ver­an­stal­tungs­rei­he “Digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät – demo­kra­ti­sche Ant­wor­ten für ein frei­es Inter­net” und als gemein­nüt­zi­ge Gesell­schaft mit dem Ziel der Demo­kra­tie­ver­tei­di­gung für Auf­klä­rung sor­gen und gemein­sam mit Exper­tin­nen und Exper­ten dis­ku­tie­ren, wie Lösungs­an­sät­ze aus­se­hen könn­ten.

Bisherige Veranstaltungen der Reihe

Game Over, Demokratie? Wenn Algorithmen Politik machen

Am 11. Febru­ar war der Digi­tal­ex­per­te und Medi­en­wis­sen­schaft­ler Prof. Mar­tin And­ree auf Ein­la­dung von uns und dem Soft­ware Inno­va­ti­on Lab der Uni­ver­si­tät Pader­born in Pader­born zu Gast und sprach vor über 200 Men­schen über die größ­ten Gefah­ren für unse­re Demo­kra­tie.

Sei­ne Aus­sa­gen: Einen fai­ren Wett­be­werb im digi­ta­len Bereich? Gibt es nicht. Das freie Inter­net? Wur­de abge­schafft. Eini­ge weni­ge soge­nann­te Big-Tech-Kon­zer­ne – wie Goog­le, Meta, Ama­zon etc. – kon­trol­lie­ren den gesam­ten digi­ta­len Markt und stel­len damit eine der größ­ten Gefah­ren für unse­re Demo­kra­tie dar.

„Theo­re­tisch exis­tiert eine unend­li­che Viel­falt an Platt­for­men und Infor­ma­ti­ons­an­ge­bo­ten. Prak­tisch jedoch errei­chen nur eine Hand­voll Platt­for­men rele­van­te Reich­wei­ten“, erläu­tert Prof. And­ree. „Das Inter­net besteht somit nur aus zwei Din­gen: den Mono­po­len der Platt­for­men und dem Fried­hof alle übri­gen Inter­net­an­ge­bo­te, die kaum rele­van­te Nut­zer­zah­len haben. Ich nen­ne das ger­ne: die Digi­talok­ra­tie.“

Das Inter­net, wel­ches uns eigent­lich als demo­kra­ti­sche Öffent­lich­keit für Aus­tausch und Debat­te zur Ver­fü­gung ste­hen soll­te, sei zu einem Instru­ment ver­kom­men, was Hass, Het­ze, Des­in­for­ma­ti­on und Pola­ri­sie­rung schürt – gesteu­ert von eini­gen weni­gen.

„An der aktu­el­len Situa­ti­on muss sich etwas ändern. Daher wol­len wir als gemein­nüt­zi­ge Gesell­schaft mit dem Ziel der Demo­kra­tie­ver­tei­di­gung für Auf­klä­rung sor­gen und gemein­sam mit Exper­tin­nen und Exper­ten dis­ku­tie­ren, wie Lösungs­an­sät­ze aus­se­hen könn­ten“, ver­deut­licht unse­re Geschäfts­füh­re­rin Kers­tin Haar­mann.

Denn auch wenn all dies im ers­ten Moment unüber­wind­bar scheint – laut And­ree wäre es gera­de­zu leicht, das Inter­net zu befrei­en. Eine Begren­zung des zuläs­si­gen Markt­an­teils auch für digi­ta­le Medi­en oder Kom­mu­ni­ka­ti­on über die Gren­zen der ein­zel­nen Platt­for­men (wie Insta­gram, Face­book etc.) hin­aus sind nur zwei sei­ner Vor­schlä­ge. Im euro­päi­schen Kon­text hät­ten dies ande­re Län­der wie Frank­reich und Spa­ni­en längst begrif­fen und woll­ten han­deln – doch Deutsch­land tre­te auf die Brem­se.

„Momen­tan ver­pas­sen wir die Fäh­re“, lau­tet das Fazit von And­ree. Denn wenn die Demo­kra­tie erst mal ohne uns abge­fah­ren ist, kommt sie nicht zurück.

Wir freu­en uns über das gro­ße media­le Inter­es­se:

„Die Geg­ner der Demo­kra­tie nut­zen Big Tech gegen die Medi­en“ | nw.de – ein Inter­view in der NW mit Herrn And­ree im Vor­feld unse­rer Ver­an­stal­tung

Pader­born: Mono­po­le und ein gro­ßer Fried­hof – ein Bericht im Nach­gang über unse­re Ver­an­stal­tung im West­fa­len­blatt

In der Print­ver­si­on der NW ist am 24. Febru­ar eben­falls ein Arti­kel zum Vor­trag erschie­nen unter dem Titel Exper­te sieht Gefah­ren für die Demo­kra­tie.

Prof. Dr. Mar­tin And­ree bei unse­rer Ver­an­stal­tung in Pader­born
Gra­fik aus “Big Tech muss weg” von Prof. Dr. Mar­tin And­ree
Gra­fik aus “Big Tech muss weg” von Prof. Dr. Mar­tin And­ree

Digitale Souveränität: Politik, IT-Experten und regionale Wirtschaft im Dialog

Gemein­sam mit dem Soft­ware Inno­va­ti­on Lab der Uni­ver­si­tät Pader­born am SICP hat­ten wir am 20. April nam­haf­te Exper­tin­nen und Exper­ten zu einer bran­chen­über­grei­fen­den Podi­ums­dis­kus­si­on in die Zukunfts­mei­le 2 ein­ge­la­den.

Als Aus­gangs­punkt der Dis­kus­si­on for­mu­lier­te unse­re Geschäfts­füh­re­rin Kers­tin Haar­mann die ent­schei­den­de Fra­ge: „Wie kann Deutsch­land sei­ne digi­ta­le Abhän­gig­keit von den gro­ßen US-ame­ri­ka­ni­schen Tech-Kon­zer­nen zum Schutz unse­rer Wirt­schaft und unse­rer Demo­kra­tie ver­rin­gern?“

Die Dring­lich­keit die­ser Fra­ge unter­strich Digi­tal­ex­per­te Mar­kus Becke­dahl: „Wir haben uns in der Ver­gan­gen­heit zu sehr an weni­ge Mono­po­lis­ten gebun­den.“ So sei zum Bei­spiel die öffent­li­che Ver­wal­tung laut Becke­dahl zu etwa 95 % abhän­gig von Micro­soft. „Die Gefahr eines soge­nann­ten Kill Switch ist damit real – im Kri­sen­fall könn­ten die USA deut­schen Unter­neh­men und Behör­den den Zugang zu essen­zi­el­len Soft­ware-Anwen­dun­gen, Zah­lungs­mit­teln oder Daten­spei­chern ver­weh­ren.“

Dr. Tho­mas Kös­ter vom Bun­des­vor­stand der CDU-Mit­tel­stands- und Wirt­schafts­uni­on beton­te, dass drin­gend Gegen-maß­nah­men ergrif­fen wer­den müss­ten: „Lasst uns doch die Sachen machen, die wir schon umset­zen kön­nen.“ Der Staat kön­ne, laut Kös­ter, zum Bei­spiel die durch Lizenz­kos­ten ein­ge­spar­ten Sum­men nut­zen, um Open-Source-Alter­na­ti­ven zu pfle­gen und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln.

Julia Eisen­traut, Land­tags­ab­ge­ord­ne­te der Grü­nen in NRW, wies dar­auf hin, dass es sich bei der Umstel­lung auf Open-Source-Soft­ware nicht allein um ein tech­ni­sches Pro­blem han­delt: „Wir kön­nen von Men­schen, die kei­ne Infor­ma­tik stu­diert haben, nicht erwar­ten, dass sie von heu­te auf mor­gen mit einem neu­en Pro­gramm zurecht­kom­men. Digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät muss ein­ge­bet­tet wer­den in ein kla­res Chan­ge-Manage­ment, das Men­schen und Unter­neh­men schritt­wei­se bei der Umstel­lung beglei­tet.

Auch die Medi­en ste­hen zuneh­mend unter Druck: Klaus Schrott­ho­fer (Her­aus­ge­ber der Neu­en West­fä­li­schen) und Marc Zahl­mann (Geschäfts­lei­tung West­fa­len-Blatt) berich­te­ten von sin­ken­den Wer­be­er­lö­sen und der wach­sen­den Kon­kur­renz durch KI-gene­rier­te Inhal­te. „Gera­de jetzt ist unab­hän­gi­ger Jour­na­lis­mus extrem wich­tig, da KI-Aus­sa­gen laut Stu­di­en zu 50 % falsch sind – und Sie kön­nen nie wis­sen, wel­che Hälf­te die rich­ti­ge ist“, erklär­te Schrott­ho­fer. „Wir reden hier nicht von einer theo­re­ti­schen Bedro­hung.“ Zahl­mann ergänz­te: „Wir alle müs­sen jetzt unser Ver­hal­ten ändern. Wir sind bequem gewor­den und müs­sen vor Ort aus die­ser Bequem­lich­keit her­aus­kom­men. Was gera­de pas­siert ist ein Angriff auf unse­re Gesell­schaft und das müs­sen wir stop­pen.

Dr. Simon Obert­hür, Mana­ger des Inno­va­ti­ons­be­reichs Digi­tal Sou­ve­reig­n­ty im SI-Lab, mode­rier­te die Dis­kus­si­on zur regio­na­len IT-Wirt­schaft, an der auch Eli­as Kout­so­nas, CEO der IT-Fir­ma gra­vi­tyshift aus Salz­kot­ten, teil­nahm. Die­ser zeig­te auf, wie Unter­neh­men kon­kret unter­stützt wer­den kön­nen und beton­te: „Die Aus­ein­an­der­set­zung mit digi­ta­ler Sou­ve­rä­ni­tät bie­tet die Chan­ce, die eige­ne IT-Land­schaft bes­ser zu ver­ste­hen.“

Die Dis­kus­si­on bestä­tig­te die Rele­vanz der von cum ratio­ne, SICP und Inno­Zent geplan­ten Grün­dung eines regio­na­len Netz­werks für Unter­neh­men zur Her­stel­lung ihrer digi­ta­len Sou­ve­rä­ni­tät. „Ein sol­ches Netz­werk bie­tet nicht nur Hil­fe­stel­lung für Unter­neh­men, son­dern setzt auch einen kla­ren Impuls für die Regi­on OWL“, fass­te Micha­el Kem­kes, Geschäfts­füh­rer von Inno­Zent OWL, zusam­men.

Wir freu­en uns neben der Anwe­sen­heit der bei­den Her­aus­ge­ber der gro­ßen Lokal­zei­tun­gen auch über die schö­nen und aus­führ­li­chen Berich­ten in eben die­sen Medi­en:

West­fa­len-Blatt: „Deutsch­land ist längst digi­ta­le Kolo­nie der USA“

Neue West­fä­li­sche: „Wir sind eine digi­ta­le Kolo­nie“: Exper­te warnt vor Abhän­gig­keit von US-Tech-Kon­zer­nen | nw.de

Unser Panel
Mar­kus Becke­dahl und Tho­mas Kös­ter
Klaus Schrott­ho­fer, Kers­tin Haar­mann und Marc Zahl­mann

Maßnahmen für digitale Souveränität

Was braucht es, um digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät kon­kret zu errei­chen? Gemein­sam mit dem Soft­ware Inno­va­ti­on Lab der Uni­ver­si­tät Pader­born am SICP haben wir Maß­nah­men erar­bei­tet und zusam­men­ge­tra­gen, die es aus unse­rer Sicht für die­ses Ziel braucht.

Simon Obert­hür, als Lei­ter des Inno­va­ti­ons­be­reichs Digi­tal Sove­reig­n­ty beim SICP der Uni­ver­si­tät Pader­born, begann mit einem unse­rer wich­tigs­ten The­men­be­rei­che: Alter­na­ti­ven zu Big Tech stär­ken. Dazu gehö­ren unter ande­rem die all­ge­mei­ne Durch­set­zung offe­ner Stan­dards und Inter­ope­ra­bi­li­tät: Nut­zen­de soll­ten Inhal­te her­stel­ler­un­ab­hän­gig nut­zen kön­nen. Um Alter­na­ti­ven zu stär­ken, sehen wir auch gro­ßes Poten­zi­al in der +1‑Regel – Inhal­te staat­li­cher Ein­rich­tun­gen müs­sen (min­des­tens zusätz­lich) auch auf Open-Source-Platt­for­men ver­öf­fent­licht wer­den.

Unse­re Geschäfts­füh­re­rin Kers­tin Haar­mann führ­te anschlie­ßend das The­ma Sicher­heit aus: Deutsch­land und Euro­pa müs­sen sich tech­no­lo­gisch (von den USA und auto­kra­ti­schen Regi­men) unab­hän­gi­ger machen und die­ses Ziel benö­tigt die glei­che poli­ti­sche Prio­ri­tät wie die Ver­tei­di­gung. Dazu braucht es allem vor­an eine Stra­te­gie der Bun­des­re­gie­rung zur digi­ta­len Sou­ve­rä­ni­tät. Genau­so fal­len dar­un­ter (und dar­auf auf­bau­end) Maß­nah­men wie das Recht auf Ver­schlüs­se­lung und Durch­set­zung.

Auf­grund der Mono­pol­stel­lung der Big-Tech-Unter­neh­men befin­den sich sowohl deut­sche als auch euro­päi­sche Wirt­schaft zudem in einem Abhän­gig­keits­ver­hält­nis. Daher ist uns auch der Bereich der Wirt­schaft beson­ders wich­tig. Für die kri­ti­sche Infra­struk­tur for­dern wir die ver­pflich­ten­de Nut­zung sou­ve­rä­ner euro­päi­scher Lösun­gen. Außer­dem: die Prio­ri­sie­rung unab­hän­gi­ger euro­päi­scher Lösun­gen bei Invest­ments staat­li­cher Fonds. „Allein der staat­li­che Pen­si­ons­fonds der Nie­der­lan­de hat mehr als ein Drit­tel sei­nes Inves­ti­ti­ons­vo­lu­mens in Akti­en von US-Tech­kon­zer­nen ange­legt“, kri­ti­siert bei­spiels­wei­se auch Mariet­je Scha­a­ke, ehe­ma­li­ge Abge­ord­ne­te des Euro­päi­schen Par­la­ments, in einem Inter­view mit der Süd­deut­schen.

Dar­über hin­aus spielt das The­ma der digi­ta­len Sou­ve­rä­ni­tät auch im Bereich der Bil­dung und Gesellschaft eine wich­ti­ge Rol­le. Des­halb hal­ten wir es für ent­schei­dend, digi­ta­le Kom­pe­ten­zen – beson­ders in Schu­len und ande­ren Bil­dungs­ein­rich­tun­gen – noch deut­lich stär­ker zu för­dern. Das beginnt bereits bei der ver­stärk­ten Nut­zung von Open-Source-Lösun­gen. Wer in der Schu­le nur mit Micro­soft gear­bei­tet hat, wird ten­den­zi­ell danach auch dar­auf zurück­kom­men – es feh­len die Alter­na­ti­ven. Doch nur wer Alter­na­ti­ven zu den Pro­duk­ten der gro­ßen Digi­tal­kon­zer­ne kennt, kann sich auch für die­se ent­schei­den und eine unab­hän­gi­ge und infor­mier­te Ent­schei­dung tref­fen. 

Und ganz kon­kret rich­ten wir auch For­de­run­gen an gesetz­li­che Regu­lie­run­gen. Ganz zu Beginn steht dort: Bestehen­de Geset­ze müs­sen bes­ser durch­ge­setzt wer­den. Damit mei­nen wir bei­spiels­wei­se den Digi­tal Mar­kets Act (DMA) oder Digi­tal Ser­vices Act (DSA), die kon­se­quent ange­wandt wer­den soll­ten – und zukünf­tig auch ver­schärft wer­den könn­ten. Ähn­li­ches gilt für das Kar­tell­recht. Um die Mono­pol­stel­lung der gro­ßen Digi­tal­kon­zer­ne zu zer­schla­gen, bräuch­te es bei­spiels­wei­se eine 30-Pro­zent-Markt­an­teils­ober­gren­ze in demo­kra­tie­re­le­van­ten Kate­go­rien, for­dert unter ande­rem der Exper­te Prof. Dr. Mar­tin And­ree in sei­nem Buch Big Tech muss weg. Im Kon­text dazu steht auch die For­de­rung danach, sozia­le Medi­en recht­lich als Medi­en ein­zu­ord­nen. Denn wer für sei­ne Inhal­te wirt­schaft­lich Ver­ant­wor­tung über­nimmt, muss dies auch auf inhalt­li­cher Ebe­ne tun.

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All dies ist natür­lich nur ein Anschnitt unse­rer The­men­be­rei­che und all die­se Haupt­be­rei­che umfas­sen noch wei­te­re Unter­punk­te, die zum Errei­chen einer digi­ta­len Sou­ve­rä­ni­tät erfüllt wer­den müs­sen. Zur Zeit befin­den wir uns gemein­sam mit dem SICP im Aus­tausch zu einem aus­führ­li­che­ren Paper dazu. Die­ses wer­den wir auf unse­ren Sei­ten zur Ver­fü­gung stel­len.

Wichtige Initiativen und Petitionen

Save Social: Sozia­le Netz­wer­ke als demo­kra­ti­sche Kraft ret­ten – dafür setzt sich die Initia­ti­ve ein, die sich (laut eige­ner Anga­be) aus einem losen Ver­bund aus Men­schen zusam­men­setzt, die sich hin­ter einem wich­ti­gen Ziel ver­sam­melt haben. Der Vor­schlag: Die Gesell­schaft braucht ande­re Platt­for­men für den sozia­len Aus­tausch als die bis­he­ri­gen Mono­pol­kon­zer­ne. Es gibt die­se Alter­na­ti­ven teil­wei­se schon – doch Poli­tik und Gesell­schaft müs­sen die­se wei­ter stär­ken und aus­bau­en.

Um die­sen Ansatz zu unter­stüt­zen, haben sie den DI.DAY (Digi­tal Inde­pen­dence Day) ins Leben geru­fen. Jeden ers­ten Sonn­tag im Monat fin­den dazu dezen­tral in Deutsch­land ver­schie­de­ne Ver­an­stal­tun­gen statt. Dazu könnt ihr ein­fach auf der Sei­te des DI.DAY unter Ter­mi­ne und Ver­an­stal­tun­gen schau­en, ob und wann bei euch in der Nähe etwas statt­fin­det. Außer­dem gibt es auf der Sei­te die soge­nann­ten Wech­sel­re­zep­te. Hier bekommt ihr qua­si ein „Rezept“/eine Schritt-für-Schritt-Anlei­tung an die Hand, wie ihr euch am bes­ten von den gro­ßen Big-Tech-Kon­zer­nen unab­hän­gig machen könnt (z. B. bei Mes­sen­gern, Navi­ga­ti­ons-Apps etc.).

Peti­ti­on Recht auf Leben ohne Digi­tal­zwang: Die­se Peti­ti­on wur­de von dem Ver­ein Digi­tal­cou­ra­ge aus Bie­le­feld ins Leben geru­fen, der sich bereits seit den 80er-Jah­ren für Grund­rech­te und Daten­schutz ein­setzt. Er ist zwar digi­tal affin, aber stellt sich mit sei­ner Peti­ti­on klar gegen eine alter­na­tiv­lo­se Digi­ta­li­sie­rung: Es ist schön, dass es zuneh­mend digi­ta­le Mög­lich­kei­ten gibt, dadurch wer­den vie­le Pro­zes­se ver­ein­facht und teils auch zugäng­li­cher für vie­le Men­schen. Gleich­zei­tig darf das aber nicht bedeu­ten, dass ande­re Grup­pen nicht mehr oder nur sehr erschwert par­ti­zi­pie­ren kön­nen. Wenn Bahn­ti­ckets nur noch in der App gekauft oder Arzt­ter­mi­ne nur noch online ver­ein­bart wer­den kön­nen, schließt das vie­le Men­schen aus.

Bestens informiert

Die gefähr­lichs­ten Fir­men der Welt – Big Tech: In die­ser Mini­se­rie vom ZDF wird ein­drucks­voll der Weg der Big-Tech-Unter­neh­men auf­ge­zeigt und wie sie sich zu den rie­si­gen „Daten­kra­ken“ ent­wi­ckelt haben, die wir heu­te ken­nen. Bis­her gibt es zwei Fol­gen: „Der Auf­stieg der Daten­kra­ken“ und „Mil­li­ar­den, Mani­pu­la­ti­on, Macht“.

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