Digitale Souveränität

Der gesam­te Traf­fic im deut­schen Inter­net wird von ame­ri­ka­ni­schen Tech-Gigan­ten wie Goog­le, Meta oder Apple beherrscht. Die­se soge­nann­ten Big-Tech-Unter­neh­men haben mitt­ler­wei­le längst nicht mehr nur Chat- oder Such­ma­schi­nen­funk­tio­nen im Griff, son­dern üben erheb­li­chen Ein­fluss auf die poli­ti­sche Mei­nungs­bil­dung aus und grei­fen mas­siv in unse­re Markt­wirt­schaft ein. Wie im Mai 2025 bekannt­ge­ge­ben wur­de, setzt selbst die deut­sche Bun­des­wehr für ihre eige­ne pri­va­te Cloud mit hoch­sen­si­blen Daten auf eine Lösung von Goog­le. Digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät sieht anders aus. An der aktu­el­len Situa­ti­on muss sich etwas ändern.

Aus die­sem Grund haben wir gemein­sam mit dem Soft­ware Inno­va­ti­on Cam­pus der Uni­ver­si­tät Pader­born am SICP die Ver­an­stal­tungs­rei­he “Digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät – demo­kra­ti­sche Ant­wor­ten für ein frei­es Inter­net” durch­ge­führt – bestehend aus einem Vor­trag des Medi­en­wis­sen­schaft­lers und Digi­tal­ex­per­ten Prof. Dr. Mar­tin And­ree, einer Podi­ums­dis­kus­si­on mit Poli­tik, Wirt­schaft und Medi­en, der Online-Ver­an­stal­tung zu unse­rem Maß­nah­men­pa­pier für mehr digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät und einem Work­shop zur digi­ta­len Selbst­be­stim­mung mit Netz­phi­lo­so­phin und IT-Bera­te­rin Lee­na Simon des Ver­eins Digi­tal­cou­ra­ge.

Das Maß­nah­men­pa­pier fin­den Sie hier.

Wichtige Initiativen und Petitionen

Save Social: Sozia­le Netz­wer­ke als demo­kra­ti­sche Kraft ret­ten – dafür setzt sich die Initia­ti­ve ein, die sich (laut eige­ner Anga­be) aus einem losen Ver­bund aus Men­schen zusam­men­setzt, die sich hin­ter einem wich­ti­gen Ziel ver­sam­melt haben. Der Vor­schlag: Die Gesell­schaft braucht ande­re Platt­for­men für den sozia­len Aus­tausch als die bis­he­ri­gen Mono­pol­kon­zer­ne. Es gibt die­se Alter­na­ti­ven teil­wei­se schon – doch Poli­tik und Gesell­schaft müs­sen die­se wei­ter stär­ken und aus­bau­en.

Um die­sen Ansatz zu unter­stüt­zen, haben sie den DI.DAY (Digi­tal Inde­pen­dence Day) ins Leben geru­fen. Jeden ers­ten Sonn­tag im Monat fin­den dazu dezen­tral in Deutsch­land ver­schie­de­ne Ver­an­stal­tun­gen statt. Dazu könnt ihr ein­fach auf der Sei­te des DI.DAY unter Ter­mi­ne und Ver­an­stal­tun­gen schau­en, ob und wann bei euch in der Nähe etwas statt­fin­det. Außer­dem gibt es auf der Sei­te die soge­nann­ten Wech­sel­re­zep­te. Hier bekommt ihr qua­si ein „Rezept“/eine Schritt-für-Schritt-Anlei­tung an die Hand, wie ihr euch am bes­ten von den gro­ßen Big-Tech-Kon­zer­nen unab­hän­gig machen könnt (z. B. bei Mes­sen­gern, Navi­ga­ti­ons-Apps etc.).

Peti­ti­on Recht auf Leben ohne Digi­tal­zwang: Die­se Peti­ti­on wur­de von dem Ver­ein Digi­tal­cou­ra­ge aus Bie­le­feld ins Leben geru­fen, der sich bereits seit den 80er-Jah­ren für Grund­rech­te und Daten­schutz ein­setzt. Er ist zwar digi­tal affin, aber stellt sich mit sei­ner Peti­ti­on klar gegen eine alter­na­tiv­lo­se Digi­ta­li­sie­rung: Es ist schön, dass es zuneh­mend digi­ta­le Mög­lich­kei­ten gibt, dadurch wer­den vie­le Pro­zes­se ver­ein­facht und teils auch zugäng­li­cher für vie­le Men­schen. Gleich­zei­tig darf das aber nicht bedeu­ten, dass ande­re Grup­pen nicht mehr oder nur sehr erschwert par­ti­zi­pie­ren kön­nen. Wenn Bahn­ti­ckets nur noch in der App gekauft oder Arzt­ter­mi­ne nur noch online ver­ein­bart wer­den kön­nen, schließt das vie­le Men­schen aus.

Bestens informiert

Die gefähr­lichs­ten Fir­men der Welt – Big Tech: In die­ser Mini­se­rie vom ZDF wird ein­drucks­voll der Weg der Big-Tech-Unter­neh­men auf­ge­zeigt und wie sie sich zu den rie­si­gen „Daten­kra­ken“ ent­wi­ckelt haben, die wir heu­te ken­nen. Bis­her gibt es zwei Fol­gen: „Der Auf­stieg der Daten­kra­ken“ und „Mil­li­ar­den, Mani­pu­la­ti­on, Macht“.

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