Unser Maßnahmenpapier zur Digitalen Souveränität

Mehr digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät: Kon­kre­te Maß­nah­men für Poli­tik, Wirt­schaft und Gesell­schaft

Wie kön­nen Deutsch­land und Euro­pa ange­sichts der wach­sen­den geo­po­li­ti­schen Span­nun­gen ihre digi­ta­le Hand­lungs­fä­hig­keit stär­ken, kri­ti­sche tech­no­lo­gi­sche Abhän­gig­kei­ten redu­zie­ren und mehr digi­ta­le Wert­schöp­fung vor Ort för­dern? Mit die­ser Fra­ge haben wir uns als gemein­nüt­zi­ge Gesell­schaft mit dem Soft­ware Inno­va­ti­on Lab der Uni­ver­si­tät Pader­born am SICP – Soft­ware Inno­va­ti­on Cam­pus Pader­born im Rah­men einer vier­tei­li­gen Ver­an­stal­tungs­rei­he in die­sem Jahr inten­siv beschäf­tigt. Die Erkennt­nis­se aus den Ver­an­stal­tun­gen sind nun in ein gemein­sam ver­fass­tes Maß­nah­men­pa­pier ein­ge­flos­sen.

Digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät ver­ste­hen wir dabei nicht als tech­no­lo­gi­sche Abschot­tung, son­dern als die Fähig­keit, digi­ta­le Tech­no­lo­gien selbst­be­stimmt zu nut­zen und ech­te Wahl­mög­lich­kei­ten zu behal­ten.

Die Hand­lungs­emp­feh­lung ent­hält viel­fäl­ti­ge Lösungs­an­sät­ze auf dem Weg zu mehr digi­ta­ler Selbst­be­stimmt­heit in Wirt­schaft, Staat und Gesell­schaft. Dazu zählt unter ande­rem die Stär­kung von Alter­na­ti­ven zu den Pro­duk­ten der gro­ßen Digi­tal­kon­zer­ne wie Micro­soft, Apple und Meta. Ziel ist es, Bürger*innen, Unter­neh­men und öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen attrak­ti­ve, siche­re und lang­fris­tig trag­fä­hi­ge Alter­na­ti­ven zu ermög­li­chen.

Außer­dem wer­den die Wei­ter­ent­wick­lung des Medi­en­rechts, die Ein­füh­rung einer euro­päi­schen Digi­tal­steu­er sowie eine deut­lich ambi­tio­nier­te­re Durch­set­zung bestehen­den Rechts im Papier gefor­dert. Dar­über hin­aus wer­den kon­kre­te Maß­nah­men in den Berei­chen Sicher­heit, Wirt­schaft sowie Bil­dung und Gesell­schaft vor­ge­stellt. Das Maß­nah­men­pa­pier und wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Ver­an­stal­tungs­rei­he fin­den sich auf unse­rer Web­sei­te.

Stimmen der Herausgeber*innen

Wir wol­len mit die­sem Papier gezielt auf die unfai­ren Wett­be­werbs­vor­tei­le von Big Tech gegen­über den klas­si­schen Medi­en hin­wei­sen. Die bestehen­den Rege­lun­gen müs­sen kon­se­quen­ter durch­ge­setzt und die gro­ßen Digi­tal­kon­zer­ne ihrem tat­säch­li­chen Ein­fluss ent­spre­chend stär­ker regu­liert wer­den. Die Ver­bän­de und Ver­la­ge der deut­schen Medi­en müs­sen sich viel stär­ker dafür ein­set­zen, dass die gro­ßen Digi­tal­kon­zer­ne zukünf­tig eine ihrem mas­si­ven Ein­fluss ent­spre­chen­de medi­en­recht­li­che Ver­ant­wor­tung und Haf­tung tra­gen. Sonst kön­nen die klas­si­schen Medi­en im unglei­chen Wett­be­werb auf Dau­er nicht bestehen, und dies wird unse­re Demo­kra­tie gefähr­den.

Digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät bedeu­tet, auch in Kri­sen­si­tua­tio­nen hand­lungs­fä­hig zu blei­ben. Dafür müs­sen wir unse­re kri­ti­schen Tech­no­lo­gie­ab­hän­gig­kei­ten ken­nen und digi­ta­le Infra­struk­tu­ren von Anfang an sicher und resi­li­ent gestal­ten. Wer heu­te Mil­li­ar­den in Infra­struk­tur inves­tiert, muss die not­wen­di­ge IT-Sicher­heit des­halb ver­bind­lich mit­fi­nan­zie­ren – sonst ris­kie­ren wir die Ver­wund­bar­kei­ten von mor­gen.

Neben einer wirk­sa­men Regu­lie­rung braucht digi­ta­le Sou­ve­rä­ni­tät auch leis­tungs­fä­hi­ge tech­no­lo­gi­sche Alter­na­ti­ven, offe­ne Stan­dards und die Fähig­keit, digi­ta­le Sys­te­me selbst zu gestal­ten und wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Ent­schei­dend ist, dass aus For­schung und Inno­va­ti­on pra­xis­taug­li­che Lösun­gen ent­ste­hen, die Unter­neh­men und öffent­li­che Ein­rich­tun­gen lang­fris­tig ein­set­zen kön­nen