Flächengerechtigkeit

Dar­um geht’s

Ein fai­rer und aus­ge­wo­ge­ner Umgang mit den begrenz­ten Räu­men, die wir im Stra­ßen­ver­kehr haben – dar­um geht es beim The­ma Flä­chen­ge­rech­tig­keit. Hier wird danach gefragt, wem wie viel Platz zur Ver­fü­gung steht – zum Bei­spiel Autos, Fahr­rä­dern, Fußgänger*innen etc. – und ob die­se Ver­tei­lung den tat­säch­li­chen Bedürf­nis­sen der All­ge­mein­heit ent­spricht. Eine gerech­te Ver­tei­lung erle­ben wir der­zeit lei­der (noch) nicht. Pkw neh­men antei­lig sehr viel mehr Flä­che ein als ange­mes­sen wäre …

Was ist Modal Split und war­um ist es rele­vant für eine gerech­te Flä­chen­ver­tei­lung?

Der Modal Split ist eine sta­tis­ti­sche und pro­zen­tua­le Berech­nung. Er zeigt auf, wie sich Wege auf ver­schie­de­ne Ver­kehrs­mit­tel ver­tei­len – wie viel Pro­zent der Wege wer­den mit dem Auto, wie viel mit dem Fahr­rad, zu Fuß etc. zurück­ge­legt. Rele­vant ist der Modal Split dann, um die Ver­kehrs­pla­nung effi­zi­en­ter zu steu­ern. Wenn in einer Gemein­de bei­spiels­wei­se 50 % der Men­schen ihre täg­li­chen Wege mit dem Fahr­rad zurück­le­gen und nur 10 % mit dem Auto, muss sich die­se Ver­tei­lung auch in der Infra­struk­tur wider­spie­geln. Das bedeu­tet etwa den Aus­bau bestehen­der Rad­we­ge, brei­te­re Fahr­rad­spu­ren oder die Ein­rich­tung von Fahr­rad­stra­ßen. Ent­schei­dend ist dabei, dass ent­spre­chen­de Infra­struk­tur nicht nur vor­han­den ist, son­dern von Anfang an in der Pla­nung berück­sich­tigt wird. Denn seit sei­ner Ein­füh­rung steht der Pkw im Mit­tel­punkt der Ver­kehrs­pla­nung – und so sind auch die meis­ten Städ­te bis heu­te struk­tu­riert. Wo es nur weni­ge oder gar kei­ne Rad­we­ge gibt oder das Rad­fah­ren als unsi­cher wahr­ge­nom­men wird, grei­fen die meis­ten Men­schen zwangs­läu­fig auf das Auto zurück. Ent­spre­chend hoch fällt dort auch des­sen Anteil am Ver­kehrs­auf­kom­men aus.

Jede*r soll­te das Recht haben, ein Leben, ohne ein eige­nes Auto füh­ren zu kön­nen.
Kat­ja Diehl
Spie­gel-Best­sel­ler­au­torin “#Auto­kor­rek­tur”

Unse­re Ver­an­stal­tung mit Kat­ja Diehl – 2023

Unter ande­rem die­sem Pro­blem hat sich die Autorin in ihrem Buch #Auto­kor­rek­tur gewid­met.  Sie selbst beschreibt ihr Idee auf ihrer Sei­te wie folgt: Die Visi­on mei­ner #Auto­kor­rek­tur ist eine kin­der­freund­li­che, bar­rie­re­ar­me und ent­schleu­nig­te Stadt. Sie hat sich den Stadt­raum, den sie zuvor kos­ten­los oder viel zu bil­lig an gepark­tes Blech ver­ge­ben hat, zurück­er­obert.

Bei unse­rer Ver­an­stal­tung im Pader­bor­ner Deelen­haus betont sie: „Das Auto ist ja kein Teil unse­res Kör­pers. Auch wenn man­che so tun, als wenn es so wäre.“ Auf­grund der vor­an­schrei­ten­den Auto­zen­trie­rung wer­de in unse­rer Gesell­schaft aber oft­mals der Ein­druck erweckt, es gin­ge gar nicht ohne. „Die rege Dis­kus­si­on hat gezeigt, dass sich vie­le Pader­bor­ne­rin­nen und Pader­bor­ner mehr siche­re und beque­me Rad­we­ge zum Ein- und Aus­pen­deln nach PB wün­schen, die nicht im Nir­wa­na enden. Die nicht enden wol­len­de Dis­kus­si­on über den Ver­kehrs­ver­such an der Det­mol­der Stra­ße mute dage­gen klein­lich an“, so Mode­ra­to­rin und unse­re Geschäfts­füh­re­rin Kers­tin Haar­mann. Den Teil­neh­men­den ist eben­falls mehr Platz fürs Rad und für Fußgänger*innen in der Innen­stadt wich­tig – auch auf Kos­ten der Park­plät­ze und Fahr­strei­fen. Pader­born ste­he, laut Kers­tin Haar­mann, erst ganz am Anfang der Ver­kehrs­wen­de.